Meideverhalten ist selbstbelohnend.

Was gibt es schöneres als Händchen halten?
12. Juni 2020
Welpenerziehung mit Herz und Köpfchen.
12. Juni 2020

Meideverhalten ist selbstbelohnend.

Kennst du das auch?! Es gibt so Sachen, die macht man einfach nicht sonderlich gerne. Man fühlt sich dabei unwohl oder unsicher und hat Bedenken sich zum Beispiel zu blamieren oder anderweitig unangenehm aufzufallen.

Bei mir ist das so, wenn ich einen Vortrag halten muss bzw. soll. Ich hab da immer wahnsinnig viele Bedenken, zum Beispiel dass ich mich verhaspel oder gar komplett den Faden verliere und mich entsprechend richtig doll blamiere.

Heute Abend ist es wieder soweit: Ich halte einen Vortrag (online versteht sich). Und ich hab tatsächlich in den letzten Tagen ein paar mal darüber nachgedacht, ihn abzusagen oder einfach weiter nach hinten zu verschieben.

Warum? Weil sich genau das in diesem Moment erstmal richtig gut anfühlt. Das “Schreckgespenst”” ist beiseite geschoben und ein Gefühl der Erleichterung tritt ein. Hach! Lerntheoretisch befinden wir uns da übrigens bei der negativen Verstärkung und für dich ist wichtig zu wissen: Bei Hunden läuft das genauso ab!

Hast du also einen Hund, der in einem Kontext Unsicherheiten zeigt, zum Beispiel indem er sich nicht traut über Brücken zu gehen, und du dieses Verhalten damit beantwortest, dass du sobald er dir signalisiert, dass er unsicher ist, einen anderen Weg einschlägst, geht es auch deinem Hund durch das erfolgreiche Meiden der Situation erst einmal ziemlich gut. Das Meiden als solches bekommt einen belohnenden Charakter und wird verstärkt, tritt also häufiger auf.

Wie du dir sicher vorstellen kannst, werden Brücken auf diesem Weg nicht zu Freunden. Vielmehr wird dein Hund bei der nächsten Brücke wieder versuchen, das Hinübergehen zu vermeiden und sollte er erneut Erfolgt damit haben, wird sich die Unsicherheit und das Meiden in diesen Situationen weiter etablieren.

Helfen könntest du ihm zum Beispiel, indem du mit der inneren Haltung “Komm Schatz, wir machen das jetzt zusammen!” plus der entsprechenden Zeit, die dein Hund eben braucht, den Weg über die Brücke gemeinsam gehst. Starte ruhig zunächst mit einer kleinen und steigere dich dann.

Denn: Eigentlich sind Brücken ja gar nichts Schlimmes. Genau das wird dein Hund dabei auch lernen und nach entsprechenden Wiederholungen seine Bedenken nach und nach beiseite legen.

Genau deshalb halte ich jetzt gleich auch den Vortrag. Es ist ja schließlich nur ein Vortrag. Ich schaffe das schon!

Herzlich
Deine Anne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.